Reimlager - Gepredigt, Alexander Dirr

„Es sind die zaghaften Momente,
die im Dasein des Lichts verschwimmen.“

die ersten gedanken sind wie treibstoff zum tanken
wie nasser schneeregen und ein fader stehsegen
wir glauben fest daran, dass es besser werden kann
wir halten uns fest an jedem strohhalm im glas
denn luft zu saugen macht unglaublich viel spaß
erfolg wird bewundert oder mit argwohn verachtet
weil alles super aussieht aus der ferne betrachtet
was die anderen alles hatten und bei mir ist nur schatten
doch jetzt ist es zu spät und zu schwer und wie ein großer bär
kann ich nicht kämpfen weil mich meine gedanken dämpfen
vor bewunderung gelähmt und doch immer unverschämt
lebt mein leben vor sich hin, so ist es wie ich bin
und wenn wir hören was wir müssen und was wir sollen
graben wir in unseren gedanken einen ganz tiefen stollen
darin verkriechen wir uns und unsere ambitionen
denn wann sollten sich diese denn wirklich lohnen?
wir sollten weniger wachen und viel mehr machen
weniger hören und viel mehr stören
das leben mit beben heben und danach streben
etwas erleben und geben und damit erheben
anstimmen, laut singen und wunder vollbringen
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