Hey Friedrich - Alexander Dirr
Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren bei Raiffeisenbanken. In all den Jahren war ich aber nie so richtig glücklich damit, wie die Geschichte von Raiffeisen erzählt wurde. Zu altbacken, langweilig und trocken ...
Bis ich, bei einem guten Schluck Rum, das Buch "Be More Pirate" von Sam Conniff gelesen habe. Da war die Geschichte plötzlich nicht mehr so trocken. Klar, Friedrich Wilhelm Raiffeisen war kein Pirat. Seine Methoden waren aber sehr ähnlich wie im Buch beschrieben, womit die Story plötzlich spannend wurde.
Methoden, die wir heute mehr denn je brauchen. Und motivierte, engagierte und mutige Menschen die sie nutzen. Um unsere Welt zum Besseren zu verändern und die Zukunft zu gestalten. Oder unsere Genossenschaft.
Joho und a Buddel voll Rum, hier die ganze Story:
Hey Friedrich
Vor 200 Jahren hatte ein gut vernetzter, motivierter Bürgermeister einer kleinen Gemeinde genug von den Ungerechtigkeiten und der Not der ländlichen Bevölkerung in seiner Region. Seine Mitmenschen, die Ärmsten der Armen, waren hilflos den Kredit-Wucherern der damaligen Zeit ausgesetzt und verloren am Ende ihren Hof, ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage.
Die Regeln der damaligen Zeit begünstigten einige wenige mit Macht und Geld, für den Großteil der ländlichen Bevölkerung war das tägliche Leben ungewiss, unfair und unerfüllt.

„Menschen mussten in die Lage versetzt werden, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.“

Anstatt sich zu beschweren, entschied sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen etwas dagegen zu tun. Er entschloss sich dazu, das Leid nicht länger hinzunehmen und sich für bessere Lebensbedingungen seiner Mitmenschen einzusetzen. Auf seinem Weg dahin entwickelte er neue soziale Richtlinien, ein neues Finanzsystem und eine neue Organisationsform.
Du siehst, Friedrich war ein kleiner Dorfbürgermeister, aber mit seinen Aktivitäten legte er den Grundstein für eine weltweite Rebellion.

Friedrich erkannte schnell, dass die Selbstmotivation der Menschen, ihre eigene Schaffenskraft, der Schlüssel zu einer besonderen Dynamik sind, die freigesetzt werden musste. (aus: „Die Kraft der Idee“)

Heute, 200 Jahre später, brauchen wir wieder genau diese Inspiration, um die Herausforderungen unserer Zeit (Klima, Pflege, Digitalisierung, Wirtschaft, Finanzen) gemeinsam zu meistern. Es braucht heute Veränderungen und wir müssen selbst Teil dieser Veränderung sein. Genau wie Friedrich müssen wir es selbst in die Hand nehmen und unsere Zukunft aktiv gestalten.
Die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat tausende Menschen weltweit beeinflusst und motiviert sich für bessere Lösungen für ihre Mitmenschen einzusetzen. Die geteilten Werte der Mitglieder sind die Grundlage jeder Genossenschaftsorganisation und die Basis ihrer Aktivitäten.
Als Genossenschaft stehen wir heute vor genauso großen Herausforderungen:
Unser Markt und Wettbewerb verändern sich immer schneller, Produkte und Angebote sind austauschbar, die Beziehung zu Kunden wird digitaler und unpersönlicher, talentierte Mitarbeiter entscheiden sich für attraktivere Arbeitgeber und unterschiedliche Generationen, Werte und Wünsche beschäftigen uns zeitgleich.
Es liegt an uns, die Chancen und Möglichkeiten der aktuellen Zeit zu nutzen.
Die Zukunft gehört den Mutigen
Wir können aus der Geschichte von Friedrich lernen und sie als Inspiration für die Gestaltung unserer Zukunft nutzen. Wir entdecken seine innovativen Ideen und Methoden und wecken damit die Kraft in dir, für die Überzeugungen und Werte deiner Genossenschaft selbst aktiv zu werden.
Wir zeigen dir, wie du mehr wie Friedrich sein kannst, um dich und deine Genossenschaft erfolgreich weiterzuentwickeln.

Mit fünf Schritten kannst auch du Veränderung bewirken:
1.    Rebelliere – Mit Motivation gegen ein träges System
2.    Erneuere – Schreib die Regeln für deine Genossenschaft neu
3.    Reorganisiere – Mit Kooperationen wachsen
4.    Beteilige – Für ein faires Miteinander
5.    Erzähle – Lass die Leute wissen, was du tust

Friedrich hat den aktuellen Status in Frage gestellt und nach besseren Regeln und Lösungen gesucht. Er entwickelte neue Ideen und baute eine aktive Gemeinschaft von Mitmenschen auf, die ihr Leben gemeinsam verbessern wollten. Die Genossenschaftsmitglieder setzten sich für faire Bedingungen ein und erzählten ihre erfolgreiche Geschichte weiter, um mehr Menschen für ihre Idee zu begeistern.
Friedrich soll dir dabei helfen, den Wert der Genossenschaftsidee für dich neu zu entdecken und dich unterstützen, deine Ideen umzusetzen, um deine Genossenschaft erfolgreich weiterzuentwickeln.
Wofür wir als Genossenschaft stehen, wird wichtiger als jemals zuvor. Wofür wir uns jetzt einsetzen, beeinflusst, wer wir in Zukunft werden.
Gestalten wir unsere Genossenschaft mutig wie Friedrich, nach unseren Vorstellungen, mit unseren Ideen, für uns und unsere Mitglieder.
Friedrich – Rebell und Pionier
Friedrich Wilhelm Raiffeisen erlebte eine Zeit ungeheurer Dynamik, eine Zeit des Wandels, der Veränderung und des Umbruchs (kommt dir das bekannt vor?).
Die damaligen Veränderungen erfassten alle Schichten der Gesellschaft, vor allem jedoch die Bauern auf dem Land und die Arbeiter in den frühen Industriezentren. Es fuhren Postkutschen und die ersten Eisenbahnen, zugleich wurde die soziale Frage immer drängender – insbesondere auf dem Land.
Einerseits: Bauernbefreiung und Industrialisierung sorgten in den ländlichen Gebieten für eine neue Freizügigkeit und Eigenständigkeit. Andererseits: Unerfahren in wirtschaftlichen Dingen gerieten viele Bauern in die Abhängigkeit von Wucherern, verschuldeten sich hoch, verloren vielfach ihren Besitz und verarmten.

„Man kann wohl sagen, daß das Sprichwort: „Geld regiert die Welt“, sich in der heutigen Zeit auf das glänzendste bewahrheitet.“ F.W.R. (1818-1888)

Friedrich sah die Not und gründete als junger Bürgermeister im Hungerwinter 1846/47 in Weyerbusch den „Verein für Selbstbeschaffung von Brod und Früchten“. Dank privater Spenden kaufte er Mehl. In einem selbst errichteten Backhaus wurde Brot für die hungrigen Menschen gebacken.
1849 folgte der „Flammersfelder Hülfsverein“ und 1854 der „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“ – sie alle waren vorgenossenschaftliche Zusammenschlüsse auf karitativer Grundlage. 1864 schließlich wurde der Heddesdorfer Darlehnskassen-Verein gegründet: die erste ländliche Genossenschaft.
Die Raiffeisen-Organisation entstand.

„Es bildete sich hiernach immer fester der Entschluss aus, für die Vereine (…) eine eigene Bank ins Leben zu rufen, (…) um die aus dem Bankverkehr entspringenden Vorteile den Vereinen selbst zuzuwenden und für diese die ganze Einrichtung so zu treffen, dass sie den Bedürfnissen derselben entspricht.“ F.W.R. (1818-1888)

Zusammenfassung aus: „Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V.“
www.raiffeisen-gesellschaft.de
Aus einer Rebellion entsteht eine Revolution
Friedrich veränderte nahezu still, jedenfalls ohne Massen und Demonstrationen, die Gesellschaft. Die Wirkung war so durchschlagend, dass heute weltweit rund eine Milliarde Menschen seinem System vertrauen: der Vereinigung von Menschen in Genossenschaften, verbunden mit dem Ziel, ein besseres Leben führen zu können. So wurde Friedrich zu einem friedlichen Revolutionär der Solidarität.
Die wenigsten kennen Friedrich W. Raiffeisen als Person, seine Idee kennen aber viele und sie ist heute attraktiv und lebendig wie selten zuvor: Viele sind überzeugt, dass Genossenschaften für mehr Gerechtigkeit sorgen und halten diese Wirtschaftsform auch heute für zeitgemäß und nachhaltig.
Statt grenzenloser Konkurrenz und Zerstörung, statt Ellenbogen und Egoismus holte er, so Paul-Josef Raue in seiner Raiffeisen-Biographie, das Prinzip der Drei Musketiere wieder ins Leben der Gesellschaft: Einer für alle, alle für einen.

Friedrich nutzte unterschiedliche Methoden, um in diesen schwierigen Zeiten seine Idee erfolgreich voranzutreiben:
Menschen konnten sich friedlich beteiligen, er weckte ihre Vorstellungskraft für ein besseres Leben, er verfolgte kreative Strategien, baute verantwortungsvolle Netzwerke auf, schaffte eine gemeinsame Motivation für Erfolg und verankerte feste Werte und Prinzipien als Leitlinien für die gemeinsame Mission.
Friedrich wollte bessere Lösungen für sich und seine Mitmenschen. Er löste die Probleme, von denen sie direkt betroffen waren. Er widersetzte sich den damaligen Regeln und schrieb sie neu. Und mit seinen innovativen Ideen entwickelte er ein soziales System, das bis heute in Verwendung ist.
Friedrich stand mit seinen Mitmenschen am Rande der Gesellschaft und des Kapitalismus. Dort hatte er die Möglichkeit, neue Methoden und Ideen zu entwickeln.
Ungezwungen davon, wie die Dinge sein sollten, konnte Friedrich damit experimentieren, wie die Dinge sein könnten.

- Friedrich forderte die damalige Praxis heraus und entwickelte alternative Ideen und neue Lösungen.

- Er entwickelte kleine Innovationen für seine Region, abseits des großen Rampenlichts.

- Friedrich entwickelte seine Ideen gemeinsam mit anderen.

- Friedrich konzentrierte sich auf die kleinen Bedürfnisse vor Ort und entwickelte damit große Lösungen für die Bevölkerung.

- Er begeisterte andere Menschen für seine Idee, erzählte seine Geschichte weiter und stellte seine Methoden frei zur Verfügung. Heute würde wir dazu „open source“ sagen.

Mit gutem Widerstand
Etwas zu verändern, erzeugt immer Widerstand. Im eigenen Kopf, bei Kolleginnen und Kollegen oder bei anderen Menschen. Aber dieser Widerstand ist „guter Widerstand“.
Widerstand den es braucht, um anschließend etwas zu verändern.
Auch Friedrich kämpfte gegen Widerstände. Er wollte keine Bewegung für Millionen von Menschen starten, sondern bessere Lösungen für sich und seine Mitmenschen in seiner Region umsetzen. Er wollte keine neue Unternehmensform erfinden, er suchte einfach nach einer Möglichkeit, sich und seine Mitstreiter zu organisieren.
Manchmal braucht es nur kleine Ideen, die die Vorstellungskraft beflügeln, damit daraus große Veränderungen entstehen.

Am Ende jedes Abschnittes möchten wir dich mit einer Frage motivieren, deine eigenen, „guten Widerstände“ zu nutzen und wir wollen deine Gedanken anregen, neue Ideen und spannende Lösungen für deine Herausforderungen zu finden.
Deine erste Frage:
Wenn du in deiner Genossenschaft etwas verändern willst …

Was hält dich wirklich davon ab?

Denk ein paar Minuten über die Frage nach und versuche zwischen fünf und zehn Punkte zu notieren.
Dinge, die dich abhalten, können deine eigenen Gewohnheiten sein, Aufgaben, die du von anderen bekommst, anstatt das zu tun, was du möchtest, … Sei ehrlich zu dir selbst. Finde heraus, was dich wirklich davon abhält etwas zu verändern, das macht es später leichter, etwas dagegen zu tun.
Wenn du deine Punkte aufgelistet hast, markiere den einen Punkt, der dich am meisten abhält, in deiner Genossenschaft etwas zu verändern.
Wenn du daran arbeitest, wirst du diesen Punkt überwinden und dich lächelnd daran erinnern, wenn du deine Ideen erfolgreich umsetzt.
1. Rebelliere – Mit Motivation gegen ein träges System
Oder weil „Weil es immer schon so war …“ kein Grund ist, dass es so bleibt.
Rebellieren fühlt sich an wie eine große Sache – ist es ja auch.
Friedrich war gegen ein unfaires Finanzsystem mit horrenden Zinssätzen und Ausbeutung. Das war seine Herausforderung. Heute, in Zeiten niedrigster Zinsen stehen Banken vor anderen Herausforderungen.
Genossenschaftsbanken stehen stärker als jemals zuvor im Wettbewerb mit anderen Anbietern. Zu den klassischen Konkurrenten vor Ort kommen gefühlt jede Woche neue, digitale Anbieter mit Millioneninvestment, kostenlosen Angeboten und hippen Werbekampagnen auf den Markt. Das Kundenverhalten hat sich stark verändert und etablierte Technologiekonzerne wie Apple, Facebook und Google drängen mit eigenen Finanzangeboten auf den Markt.

Eine Rebellion ist eine große Sache, kann aber mit kleinen Schritten beginnen. Und eines vorweg: Eine Rebellion ist immer mit Verantwortung verbunden. Für dich und für alle, die du mit deiner Rebellion erreichst. Sei dir dessen immer bewusst.

Friedrich hat die damalige Kreditvergabe nicht von heute auf morgen verändert. Er hat klein angefangen, Schritt für Schritt, ist gestolpert, hat Fehler gemacht und daraus gelernt.
Um Veränderungen zu bewirken, liegt es an dir, Fragen zu stellen und sinnlose Vorgaben und Regeln in Frage zu stellen. Du kannst dazu beitragen, bestehende Dinge aufzugeben und durch bessere Lösungen zu ersetzen.
Veränderung fühlt sich jedoch immer erstmal unwohl an. Oder glaubst du, Friedrich hat sich dabei wohlgefühlt, als er die Zinswucherer seiner Zeit bekämpft hat? Sicher nicht.
Es war angsteinflößend, aufregend und der Erfolg seines Einsatzes ungewiss. Egal was du verändern willst, die ersten Schritte werden unangenehm sein.
Aber irgendwann fühlst du dich auch mit dem unangenehmen Gefühl angenehm wohl - weil du weißt, wofür du kämpfst, weil du einen guten Grund dazu hast und weil du Mitstreiter für deine Sache finden wirst.

„Jede Veränderung beginnt damit, dass ein paar verrückte Leute gemeinsam über etwas sprechen, das für sie wichtig ist.“

In deiner Genossenschaft und in Genossenschaften im In- und Ausland findest du Wegbegleiter für deine Idee. Gleichgesinnte, die sich nach Veränderung sehnen, die bestehende Probleme lösen und aktiv die Zukunft ihrer Genossenschaft gestalten möchten.
Also erzähl möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen von deinen Ideen. Du findest bestimmt mutige Begleiter und Mitstreiterinnen für deine Ideen, und wer weiß, vielleicht wird daraus eine kleine Rebellion.

Im Sinne von Friedrich bedeutet eine Rebellion sich gemeinsam einzusetzen, um etwas zum Besseren zu verändern.
Dass es dabei laut werden kann, um Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Interessen zu vertreten, liegt in der Natur der Sache. Daher solltest du dir für deine ersten Schritte den richtigen Level für deine Rebellion suchen, der gerade so hoch ist, dass er dich einschüchtert, dich aber nicht vor Angst erstarren lässt.
So kannst du aus Misserfolgen lernen und erste Erfolge unterstützen dich dabei, größere Herausforderungen anzupacken.
Wenn du immer wieder kleine, positive Veränderungen anstößt, folgt die große Veränderung automatisch. Veränderungen brauchen Zeit, Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen. Wenn du von deiner Idee überzeugt bist, lohnt es sich, dran zu bleiben.

Ach ja, ein einfacher Start in deine Karriere als Rebell kann auch ein klares „Nein“ sein. Aktiv „Nein“ zu sage, gegen etwas, von dem man nicht überzeugt ist, ist ein erster Schritt. Und wenn wir „Nein“ sagen, nicht nur als Einzelperson, sondern als Gemeinschaft, dann hören plötzlich auch sonst taube Ohren genau zu.
Und vergiss nicht, Veränderungen führen zu Widerstand, aber wir sprechen hier von „gutem Widerstand“. Widerstand, auf den du stolz sein kannst. Widerstand, über den du aufgeregt mit Kolleginnen und Kollegen diskutierst. Widerstand, der dich von denen unterscheidet, die am liebsten alles so belassen wie es ist.
Wenn du etwas verändern willst, klein oder groß, wenn deine Genossenschaft oder deine Abteilung morgen oder im nächsten Jahr anders aussehen soll, dann musst du tief durchatmen und eine kleine Rebellion anstoßen. Denn es braucht den ersten Schritt und das erste Chaos, um neue Möglichkeiten und bessere Lösungen zu finden.

Deine Frage:
„Guter Widerstand“ bleibt immer noch Widerstand. Es braucht Selbstvertrauen und Überzeugung, um bewusst Veränderungen loszutreten. Seit unserer Kindheit lernen wir nach Regeln zu spielen, in der Schule, beim Sport, in der Arbeit und im privaten Umfeld. Sich zu überwinden und Regeln in Frage zu stellen, scheint unglaublich schwierig. Aber, ich bin mir sicher, du hast in der Vergangenheit schon Vorgaben in Frage gestellt und Veränderungen bewirkt.
Also, frag dich selbst:

Wann hast du dich in der Vergangenheit für oder gegen etwas eingesetzt?

Versuche dich an Momente zu erinnern, in denen du deine eigenen Möglichkeiten und dein Potential gesehen hast, etwas zu verändern. Momente, in denen etwas oder jemand ungerecht behandelt wurde und du dich eingesetzt hast. Momente, in denen du eine Idee aktiv unterstütz hast. Momente, in denen du mit deiner Stimme eine Veränderung bewirkt hast.
Die Erinnerung an diese Momente kannst du als Kraft und Stärke für zukünftige Herausforderungen nutzen.
Denn egal wie groß oder klein der Moment war, in diesem Moment hast du erkannt, dass du etwas verändern kannst.
2. Erneuern - Schreib die Regeln für deine Genossenschaft neu
Friedrich hat den Menschen eine Alternative aufgezeigt und damit einen Funken gezündet, der die Menschen anstiftete, sich an seiner Idee zu beteiligen.
Darum geht es in diesem Abschnitt: bessere Bedingungen zu schaffen, die die Menschen vereinen, und ein Zugehörigkeitsgefühl für alle Mitglieder und Kunden schaffen.
Du kannst heute damit beginnen! Du kannst bei der Arbeit etwas anders machen als bisher, eine ernsthafte Beziehung verändern, Veränderungen in deinem Umfeld anstoßen. Das alles sind Veränderungen, die es wert sind gestartet zu werden, und zwar jetzt.

Open Source für deine Idee
Friedrich wusste, dass überall im Land die gleichen Probleme herrschten. Ihm war auch klar, dass er seine Idee nicht alleine für alle Menschen anbieten konnte. Daher entwickelte er seine Idee schon damals nach dem heutigen „Open Source“ Prinzip. Er veröffentlichte seine Ideen, teilte seine Methoden und Erkenntnisse, sprach über seine Erfolge und Misserfolge und verbreitete seine Geschichte.
Wenn du weißt, was du verändern möchtest und du eine Idee hast und Mitstreiter, die dich dabei unterstützen, dann musst du deine Idee zu ihrer Idee machen.
Teile deine Idee mit anderen, damit sie sich beteiligen können und an deine Idee glauben, als wäre es ihre eigene. Friedrich teilte seine Idee und inspirierte die Menschen damit, selbst Teil der Veränderung zu sein.
Es müssen nicht unbedingt große Ideen sein, um etwas zu bewegen. Wenn wir genau hinsehen, finden wir überall Menschen, die Dinge aktiv verändern, reparieren, verbessern und dabei Widerstände überwinden und erfolgreich sind.
Diese Menschen haben die gleichen Möglichkeiten wie du in diesem Moment, - sie haben sich entschieden, heute etwas zu verändern.

Friedrich und seine Anhänger hatten wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Sie waren engagiert, kreativ, mutig und gemeinsam motivierten sie viele andere, sich ihrem Beispiel anzuschließen.
Sie wussten, dass die alten Regeln für sie nicht mehr funktionierten und hatten damit die Freiheit und Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und gemeinsam mit anderen nach besseren Lösungen zu suchen.
Es geht nicht darum, das Finanzsystem neu zu erfinden. Die größten Veränderungen entstehen dann, wenn von einer Person oder einer kleinen Gruppe ein klarer Fokus auf neue, ambitionierte Möglichkeiten gelegt wird, die so stark sind, dass sie von allen anderen übernommen werden.
Starte klein, träume groß und leg los – so wie Friedrich.

„Die Welt verändert sich nicht durch einzelne Menschen.
Sie verändert sich, wenn sich Netzwerke aus Beziehungen zwischen Menschen bilden, die ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision von dem, was möglich ist, teilen.“


Deine Frage:
Veränderungen zu ermöglichen, kann komplex sein, aber hier wollen wir auch nicht starten.
Stattdessen überlege dir zuerst gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, welche Vorgabe oder Regel euch besonders stört oder einschränkt.
Wenn du etwas feststellst, das verändert werden sollte, und dazu erste Ideen zur Verbesserung aufkommen, mit Menschen, die etwas gestalten wollen, dann wird es interessant.

Welche Vorgabe, Regel oder Einschränkung stört dich aktuell?
Wie würdest du sie lösen oder neugestalten?


Du musst nicht alles verändern. Starte mit einer Sache, die du mit einfachen Mitteln verbessern kannst. Schritt für Schritt. Es geht darum, die Zusammenarbeit in deiner Genossenschaft zu verbessern.
Für dich, deine Kolleginnen und Kollegen, deine Mitglieder und deine Kunden.
3. Reorganisieren - Mit Kooperationen wachsen
Friedrich wusste, um gegen die mächtigen Geldverleiher der damaligen Zeit bestehen zu können, musste er bessere, flexiblere und fairere Lösungen für die Menschen anbieten.
Die regionalen, selbständigen, agilen Genossenschaften waren dabei entscheidend für den Erfolg der Genossenschaftsidee. Für die damaligen Genossenschaften bedeutete die regionale Struktur eine schnelle Verbreitung in ländlichen Gebieten kombiniert mit der zielgerichteten und verantwortungsvollen Unterstützung vor Ort.
Heute brauchen Genossenschaften andere Organisationseinheiten, um in den aktuellen Marktbedingungen erfolgreich zu sein. Und dennoch liegen in der regionalen und agilen Struktur selbständiger Genossenschaften immer noch viele Vorteile.

Um als Genossenschaft effektiv zu sein, musst du wissen, wie du mit deinem kleinen Team bestmöglich zusammenarbeitest, und dich darüber hinaus mit Gleichgesinnten in Netzwerken verbindest und engagierst.
Starke Genossenschaften und aktive Netzwerke sind gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen.

"Dazu müssen wir nicht möglichst viele Menschen überzeugen, sondern uns mit gleichgesinnten Menschen verbinden. Durch diese Beziehungen entwickeln wir neues Wissen, Engagement, Courage und Einsatz, die zu gemeinsamen Veränderungen führen.“
Margaret Wheatley


Die Genossenschaftsorganisation vereinte Menschen, die an eine gemeinsame Mission glaubten. Dazu hatten alle Mitglieder die gleichen Rechte und die gleiche Verantwortung, eine Stimme zur Mitsprache und die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.
Menschen konnten etwas bewegen und sich an etwas beteiligen, an das sie glaubten. Heute würden wir dazu „Purpose“ oder „Sinn“ in der Arbeit sagen, ein Thema, das gerade für die Gewinnung von talentierten Mitarbeitern eine immer größere Bedeutung gewinnt.
Organisationen verändern sich und Karrierewege werden flexibler. Es braucht neue Fähigkeiten zur flexiblen Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und geteilte Werte und Prinzipien, um zukünftig als Organisation erfolgreich zu sein.
So ausgedrückt klingt die Zukunft sehr nach der wahren Geschichte von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Deine Frage:
Friedrich hat gezeigt, dass auch kleine Organisationen sehr erfolgreich sein können. Agilität, Instinkt und die richtigen Menschen können die größten Herausforderungen überwinden.
Als Teil eines starken Netzwerks wird Größe und Wachstum zur Nebensache, denn alles was es für Veränderungen braucht, ist eine Gruppe von aktiven Menschen. Denk kurz über folgende Frage dazu nach:

Mit wem kannst du zusammenarbeiten und starke Netzwerke bilden, um gemeinsam erfolgreich zu sein? Und wer sind deine Konkurrenten, gegen die du gemeinsam kämpfen möchtest?

Gemeinsam ist man stärker, ein gemeinsames Ziel bündelt diese Kräfte. Ein starkes Ziel kann etwas sein, für das ihr euch einsetzt.
Aber auch ein gemeinsamer Gegner oder Feind, der bekämpft werden soll, ist ein starker Antrieb für gemeinsame Aktivitäten: ein Konkurrent, ein Verhalten am Markt, eine Person, Institution oder Plattform.
Erstelle eine Liste mit möglichen Verbündeten für deine Mission und eine Liste mit möglichen Gegnern, die ihr bekämpfen wollt, um das Leben eurer Mitglieder und Kunden zu verbessern.

4. Beteiligen – Für ein faires Miteinander
Friedrich lernte schnell, dass es nicht ausreichte, den Mitgliedern eine bessere Lösung aufzuzeigen. Zur eigenständigen und gemeinsamen Umsetzung brauchte es klare Prinzipien und die Befähigung, selbst etwas verändern zu können.
Die Menschen brauchten eine Richtung, und sie brauchten Entscheidungshilfen, um sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und dabei auf dem richtigen Weg zu bleiben.
In Zeiten ständiger Veränderung sind starke Prinzipien und Werte gute Wegweiser für Organisationen, Mitglieder und Kunden. Im Wettbewerb werden Produkte und Dienstleistungen immer austauschbarer.
Unternehmen mit starken, authentischen Werten und nachhaltigen Geschäftsmodellen tun nicht nur das Richtige, sie sind mittlerweile auch angesagt, nachgefragt und Kunden identifizieren sich mit diesen Organisationen.

Um auch zukünftig engagierte Mitglieder und Mitarbeiter zu finden, braucht es nachhaltige, authentische und einzigartige Werte und die Möglichkeit, sich mit Eigenverantwortung aktiv einzubringen.
Soziale Unternehmen und Social Start-Ups bieten genau diese Anreize und locken damit junge Talente mit dem Wunsch, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können.
Dabei ist Friedrichs Idee der Genossenschaft durchaus vergleichbar mit heutigen sozialen Start-Ups: Die Genossenschaft hat ein traditionelles Geschäftsmodell (Geld verdienen) und ein soziales Ziel (Mitglieder und die Region fördern und unterstützen). Gewinne werden dabei nicht ausgeschüttet, sondern bleiben im Unternehmen und machen es damit effektiver und innovativer, zum Vorteil seiner Mitglieder und Kunden.
Friedrichs Mission, der Kampf für bessere Lebensbedingungen und die Möglichkeit etwas zu verändern, waren die treibenden Kräfte hinter dem Erfolg der Genossenschaftsidee.
Die Möglichkeit jedes Mitglieds und Mitarbeiters, selbst etwas verändern zu können und damit einen sinnvollen Beitrag zu leisten, wird auch in Zukunft Antrieb für innovative Unternehmen und erfolgreiche Organisationen sein.

Deine Frage:
Eine der wichtigsten Fragen überhaupt.
Für welche Prinzipien und Werte bist du bereit zu kämpfen?
 
Kämpfen bedeutet wirklich kämpfen. Sich dafür einzusetzen, mit Taten, mit Worten, mit dem, was du kannst und wofür du stehst. Kämpfen bedeutet sich zu entscheiden und für deine Entscheidung einzustehen, auch wenn damit verbunden ist, etwas aufzugeben, verletzt zu werden, den Job oder eine Beziehung zu riskieren oder Schlimmeres. Das ist nicht einfach.
Wenn du auf fünf Prinzipien, bzw. Werte kommst, hast du schon mehr als die meisten Menschen.
5. Erzähle - Lass die Leute wissen, was du tust
Aus den ersten vier Kapiteln hast du einen Eindruck bekommen, wie Friedrich eine kleine Rebellion gestartet hat.
Wie war das alles möglich? In einer Zeit ohne Telefon, Internet oder Whats-App.
Wie konnte Friedrich seine kleine, regionale Idee zu einer länderübergreifenden Organisation von Genossenschaften ausbauen?
In diesem Kapital erfährst du, wie Friedrich seine Idee durch starke Geschichten erzählt hat, und wie er damit die Vorstellungskraft der Menschen beflügelte und so Aufmerksamkeit weit über die Grenzen seiner Genossenschaft hinaus erreichte.

Mit starken Geschichten wachsen
Nachdem Friedrich ab 1846 mehrere Hilfsvereine und erste Genossenschaften gegründet hatte, veröffentlichte er 1866 sein Buch „Die Darlehnskassenvereine als Mittel zur Abhülfe der Noth der ländlichen Bevölkerung sowie auch der städtischen Handwerker und Arbeiter“.
Durch den Erfolg seines Buches verbreitete sich seine Idee und führte zu zahlreichen neu gegründeten Genossenschaften im ganzen Land.
Für Friedrich war klar, die Menschen mussten verstehen, dass sie sich nur selbst helfen konnten. Als Mitglied der Genossenschaft erhielten sie die nötige Starthilfe zur Selbsthilfe.
Mit finanziellen Mitteln aus der Genossenschaft konnten Landleute die erste Aussaat der Felder finanzieren und die Kredite mit dem Verkauf der daraus erzielten Ernte begleichen.  Erwirtschaftete Erträge nutzten sie, um im nächsten Jahr aus eigenen Kräften ihr Land zu bestellen. Friedrich gab den Menschen nicht nur Kredite.
Er schaffte es, den Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben zu geben. Er zeigte der armen ländlichen Bevölkerung einen Ausweg aus der Abhängigkeit von skrupellosen Geldverleihern.
Er inspirierte und motivierte die Menschen, für sich selbst aktiv zu werden, ganz nach seinem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe.
Friedrich entwickelte damit eine klare Botschaft, die niemand ignorieren konnte. Er erzählte Geschichten einer besseren, wünschenswerten Zukunft und er zündete damit in seinen Zuhörern den Funken, selbst Teil dieser Zukunft sein zu wollen.

„Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe von wohlüberlegten, engagierten Menschen die Welt verändern kann; tatsächlich ist das das Einzige, das jemals etwas verändert hat.“

Aber Friedrich erzählte seine Idee nicht nur den bedürftigen Bauern am Land. Er wusste, um erfolgreich zu sein, musste er seine Idee vor Menschen präsentieren, die Teil des Problems waren, und die sicher nicht einfach zu überzeugen waren.
Für Friedrich war es angsteinflößend und schwierig, seine Ideen vor diesem Publikum zu präsentieren. Denn er versuchte auch Menschen mit Geld und Vermögen, die von der Ausbeutung der Bauern sogar profitierten, für seine Idee zu gewinnen.
Seine Geschichte verbreitete sich damit aber noch schneller und effektiver und er gewann Mitglieder für seine Genossenschaft, welche bereit waren, ihr Vermögen zur Verfügung zu stellen und sich an seiner Idee eines faireren und nachhaltigeren Miteinanders aktiv zu beteiligen.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen selbst wurde damit zur Marke seiner Bewegung. Bis heute steht sein Name Pate für die Raiffeisen Genossenschaften.
Diese klare Botschaft verbreitete er selbst, mit seinem Buch und durch jedes Genossenschaftsmitglied, das die Idee der Genossenschaft weitererzählte.
In Zeiten von Armut, Leid und Hoffnungslosigkeit traf Friedrichs Idee die Herzen und die Vorstellungskraft der Menschen. Aus einer Idee wurde eine Bewegung: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“
Aus einem Hilfsverein wurden Genossenschaften auf der ganzen Welt mit über 1 Milliarde Mitglieder.

Deine Frage:
Eine gute Geschichte kann viel verändern. Jetzt geht es um deine Geschichte. Denk ein paar Minuten über die nachfolgende Frage nach.

Wer ist das angsteinflößendste, schwierigste, kontroverseste oder provokativste Publikum für deine Geschichte?

Versuche drei verschiedene Zuhörer dieser Art für deine Idee oder Geschichte zu finden. Das ist nicht einfach, aber damit findest du Plätze, wo deine Geschichte besser gehört wird und für mehr Wirbel und Aktivität sorgen wird als jede Werbeanzeige gegenüber einem wohlwollenden Publikum.
Es liegt an jedem von uns, die Genossenschaftsidee wieder aktiv zu leben und inspirierend zu erzählen. Genossenschaften haben eine starke, spannende und motivierende Geschichte.
Wecken wir gemeinsam die Vorstellungskraft unserer Mitglieder, Kunden und Mitmenschen, damit wir als aktive Genossenschaft einen spürbaren Mehrwert für uns alle erbringen können!

Sei mehr du selbst
Mehr wie Friedrich zu sein, kann dir helfen effektiver, motivierter und einflussreicher zu sein, aber am wichtigsten ist: Mehr wie Friedrich zu sein bedeutet, mehr du selbst zu sein.
Dabei geht es um deine Werte, deine Prinzipien und deine Überzeugungen.
Friedrich war auch nur ein Mensch; er war chaotisch, unsicher, verwirrt und er wollte etwas für sich zum Besseren verändern. Die Geschichte von Friedrich ist beeindruckend und doch steht darin nichts, was du nicht auch tun kannst. Du hast die gleichen Möglichkeiten und Chancen wie Friedrich.
Du musst nur herausfinden, was für dich richtig ist und welche Zukunft du dir wünscht.
Es ist Zeit anzufangen. Mit Friedrich als Vorbild kannst du deine eigene kleine Rebellion starten, deine Regeln neu schreiben und etwas für dich und deine Mitmenschen zum Besseren verändern… oder du verleugnest deine Werte und gibst dich damit zufrieden, dass die Dinge sind wie sie sind.
Es liegt an dir, was als Nächstes passiert.
Das Pareto Prinzip sagt allgemein aus, dass 20 Prozent unserer Bemühungen 80 Prozent von dem bringen, was wir möchten. In anderen Worten, 80 Prozent von dem, was wir tun, ist im Großen und Ganzen Verschwendung von Zeit und Ressourcen, an die sich niemand mehr - auch du nicht - erinnern wird.
Eine To-Do-Liste, so lang wie dein Arm, ein Leben, das von deinem E-Mail-Postfach diktiert wird, oder die Abhängigkeit von Menschen ohne Ideen und Inspiration, sollen dich nicht daran hindern, mehr wie Friedrich zu sein.

Wenn du weißt, was du liebst, wie es sich anfühlt, in deinen besten 20 Prozent zu sein, zu wissen, was du gut kannst, was dich lebendig macht und wofür du alles geben würdest, und das dann zu tun, und damit die restlichen 80 Prozent zu vergessen … das bedeutet mehr wie Friedrich zu sein.

Damit du mehr im Leben erreichen kannst, musst du die wenigen Dinge kennen, die es wert sind dafür zu kämpfen und die vielen Dinge ignorieren, die es wert sind, ignoriert zu werden.
Am wichtigsten dabei ist aber, du selbst zu sein. Wenn wir versuchen jemand zu sein, der wir nicht sind, besteht die Gefahr, dass sich unser innerer Antrieb gegen uns wendet und unsere Chance auf ein wirkliches Abenteuer nach kurzer Zeit gestoppt wird.
Wenn du dich also darauf vorbereitest, mehr wie Friedrich zu sein, erinnere dich daran, mehr du selbst zu sein. Finde eine Rebellion, die zu deinen Überzeugungen passt, schreibe die Regeln neu, die du begeistert teilst, und orientiere dich an den Werten, die dich inspirieren und auf die du stolz bist.

„Nimm eine kleine Idee und entwickle sie, teste sie, lass sie wachsen, so kann eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern.“

Wenn du beginnst etwas zu verändern, ist es egal, wenn du das genaue Ziel noch nicht kennst.
Zu viele Menschen wagen nicht den ersten Schritt, weil sie von der Angst besessen sind, sich Gedanken darüber zu machen, wie das Endergebnis aussehen wird, oder die Angst haben, etwas nicht kontrollieren zu können.
Wenn du beginnst, die erste Seite deiner Geschichte zu schreiben und du nicht weißt, was im letzten Kapitel steht, dann bist du in guter Gesellschaft. Nicht zu wissen, was alles möglich ist, machte Friedrich so erfolgreich. Nicht zu wissen, wohin dich das gesamte Potential deiner Idee führen wird, ist ein guter Ausgangspunkt um anzufangen. Hauptsache, du fängst an.

Als Friedrich damit anfing seine Mitstreiter zu organisieren, hatte er keine Vorstellung davon, dass später daraus Organisationen und Genossenschaften in der ganzen Welt entstehen würden. Er suchte einfach einen Weg, um bestmöglich mit Gleichgesinnten für seine Ziele und Ideen zusammenzuarbeiten.
Also, lass dich nicht von der Größe deiner Herausforderung einschüchtern oder entmutigen, sondern genieße die ersten kleinen, wohlüberlegten Schritte, die du machst.
Je mehr du dich um deine Idee kümmerst, mit ihr experimentierst, sie testest und sie teilst, umso stärker wird sie.
Alles was jetzt zählt, ist, dass du anfängst!
*****
Die Inhalte und Methoden von HEY FRIEDRICH basieren auf dem Buch BE MORE PIRATE von Sam Conniff. Seine Beschreibung der Geschichte, der Systeme und Methoden der glorreichen Piraten und deren Auswirkungen auf die Zukunft zeigen viele Parallelen zur Entwicklung Friedrich Wilhelm Raiffeisens und der Genossenschaftsidee.
Modern und motivierend erzählt, wird aus BE MORE PIRATE der Aufruf, mehr wie FRIEDRICH zu sein und Veränderungen in deiner Genossenschaft mutig und aktiv zu gestalten.

BE MORE PIRATE
Mischief, Purpose, Power
Pirates didn’t just break the rules, they rewrote them. They didn‘t just reject society, they reinvented it. Pirates didn’t just challenge the status-quo, they changed everyf*ckingthing. Pirates faced a self-interested establishment, a broken system, industrial scale disruption, and an uncertain future. Sound familiar?
 “I’d rather be a pirate than join the navy.”—Steve Jobs
Be More Pirate unveils the innovative strategies of Golden Age pirates, drawing parallels between the tactics and teachings of legends like Henry Morgan and Blackbeard with modern rebels, like Elon Musk, Malala and Banksy. Be More Pirate will show you how to leave your mark on the 21st century.
Whatever your ambitions, ideas and challenges, Be More Pirate will revolutionize the way you live, think and work today, and tomorrow.
„Be More Pirate feels so important as it looks to history to help us grip the future.“ Martha Lane-Fox
„A refreshing, entertaining and inspiring perspective on work, leadership and why we do what we do ... it’s a call for a more radical rethink of where we’re going wrong, and where we’re going next.“ Bruce Daisley
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